Expertenmeinung
Deutschland wächst wieder - aber Carsten Klude warnt davor, die zyklische Erholung mit einem strukturellen Comeback zu verwechseln. Der Chefvolkswirt von M.M.Warburg sieht zwei Treiber: schuldenfinanzierte Staatsausgaben und überraschend starke Exporte, auch durch den globalen KI-Boom. Entscheidend sei nun, ob daraus private Investitionen entstehen. Bei den Zinsen erkennt Klude noch keinen Strukturbruch: Die hohen Renditen seien vor allem Folge des Ölpreises und der Zinserwartungen. Kritisch würde es erst, wenn die Renditen trotz fallender Energiepreise hoch blieben. Für Aktien bleibt er konstruktiv. Solange hohe Ölpreise und Zinsen keine sichtbaren Bremsspuren in Konjunktur und Unternehmensgewinnen hinterlassen, hält Warburg am höheren DAX-Ziel fest. Die Berichtssaison wird zum "TÜV" der Rallye: Klude erwartet solide Gewinne und wieder mehr Marktbreite - bei Bewertungen, die er keineswegs für überzogen hält.