Ein Gastbeitrag von Dino Bozzi
Deutschlands Privatanleger setzen trotz wachsenden Vermögens weiterhin auf das Vertraute. Laut einer Erhebung des Verbands der Privaten Bausparkassen nutzen 41% der Deutschen das Girokonto als primäre Geldanlage. Das ist bemerkenswert und zeigt, wie viel Potenzial ungenutzt bleibt.
Das private Geldvermögen in Deutschland. DZ BANK Research zufolge stieg es 2025 um gut 6% auf rund 10 Billionen Euro, angetrieben durch Sparleistung und Aktienkursgewinne von rund 290 Milliarden Euro. Wer dieses Kapital ausschließlich in klassische Aktien oder Sparprodukte lenkt, verzichtet auf echte Diversifikation.
Infrastrukturanleihen finanzieren Projekte wie Stromnetze, Autobahnen oder Wasserversorgung, Bereiche mit langfristig planbaren Cashflows. Für Privatanleger bieten sie eine attraktive Kombination aus stabilen Kupons und vergleichsweise niedrigem Ausfallrisiko, da staatliche oder regulierte Akteure oft als Schuldner auftreten.
Zugang verschaffen spezialisierte Fonds oder börsengehandelte Schuldverschreibungen. Die Renditen liegen typischerweise zwischen drei und fünf Prozent, bescheiden im Vergleich zu Aktien, aber deutlich berechenbarer als diese.
Gold dominiert zwar das Anlage-Barometer 2025 besonders bei jungen Anlegern, doch das Rohstoffuniversum ist weitaus breiter. Kupfer, Lithium oder Agrarrohstoffe lassen sich über Exchange Traded Commodities (ETCs) kosteneffizient ins Portfolio integrieren.
Der Vorteil: Rohstoffe korrelieren oft gering mit Aktien und Anleihen. Wer gezielt auf Industrie- oder Technologierohstoffe setzt, kann von strukturellen Megatrends wie der Energiewende oder dem Ausbau der Halbleiterindustrie profitieren.
Glücksspiel-Aktien gehören nicht gerade zu den Lieblingen des Marktes, und genau darin liegt ihr Reiz. Gerade in Deutschland sorgt die Regulierung durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) für ein anspruchsvolles Umfeld. Einsatzlimits, Einzahlungslimits und eine Steuer von 5,3 % auf den Einsatz drücken auf die Margen. Auf den ersten Blick wirkt das wie ein klarer Nachteil. Tatsächlich zwingt es die Anbieter jedoch dazu, effizienter zu arbeiten, ihre Strukturen zu verschlanken und international zu denken.
Entscheidend ist hier die Widerstandsfähigkeit. Unternehmen mit globaler Ausrichtung, die nicht von einem einzelnen Markt abhängig sind, nutzen Deutschland gewissermaßen als Belastungstest. Wer unter diesen Bedingungen profitabel bleibt, ist in weniger regulierten Märkten oft besonders stark aufgestellt. Gleichzeitig wächst das Online-Segment weiter, insbesondere durch Formate wie Live-Dealer-Spiele und mobile Angebote, Bereiche, in denen sich viele Anbieter strategisch neu positionieren (Quelle: https://www.hochgepokert.com/casino/).
Hinzu kommt ein zeitlicher Faktor: Die verpflichtende Überprüfung des GlüStV bis Ende 2026 könnte die Rahmenbedingungen verändern. Schon kleine Lockerungen könnten sich deutlich auf die Bewertung der Unternehmen auswirken. Märkte reagieren in der Regel im Voraus, nicht erst im Nachhinein.
Unterm Strich gilt: Glücksspiel-Aktien bringen regulatorische Risiken mit sich, aber genau deshalb sind sie häufig unterbewertet. Wer bereit ist, diese Unsicherheiten einzuordnen, findet hier oft solide Geschäftsmodelle mit stabilem Cashflow und langfristigem Potenzial.
Gaming-Aktien werden oft noch als reine „Hit-or-Miss“-Investments betrachtet, ein überholtes Bild. Natürlich spielen große Titel weiterhin eine Rolle, doch die Branche hat sich grundlegend verändert. Einnahmen stammen längst nicht mehr nur aus Einzelverkäufen, sondern zunehmend aus Live-Services, In-Game-Käufen und plattformübergreifenden Ökosystemen.
Im Jahr 2026 steht vor allem die Effizienz im Fokus. Die Entwicklungskosten sind stark gestiegen, und viele Studios setzen verstärkt auf KI, um Prozesse wie Design, Testing und Content-Erstellung zu optimieren. Dadurch verschiebt sich die Bewertung weg von einzelnen Spieleveröffentlichungen hin zur Frage, wie nachhaltig und skalierbar ein Geschäftsmodell ist.
Der entscheidende Punkt ist die Beständigkeit. Einzelne Spiele mögen schwanken, doch die Gesamtnachfrage nach interaktiver Unterhaltung steigt kontinuierlich. Etablierte Marken, treue Communities und digitale Vertriebsmodelle schaffen eine Stabilität, die es so früher nicht gab.
Klar gesagt: Gaming-Aktien sind längst mehr als kreative Wetten, sie sind skalierbare Tech-Unternehmen. Und genau deshalb bieten sie weiterhin Chancen für Investoren, die erkennen, wie stark sich dieses Geschäftsmodell weiterentwickelt hat.
Private Credit bezeichnet die direkte Kreditvergabe an Unternehmen außerhalb des klassischen Bankensystems. Institutionelle Anleger nutzen dieses Segment seit Jahren; für Privatanleger existieren inzwischen zugängliche Vehikel in Form von Spezialfonds oder semi-liquiden Produkten.
Die Renditeaufschläge gegenüber vergleichbaren Anleihen können zwei bis vier Prozentpunkte betragen. Das rechtfertigt die geringere Liquidität, sofern der Anlagehorizont langfristig ausgerichtet ist und die Risikobereitschaft entsprechend vorhanden ist.
Wer sein Portfolio über klassische Aktien hinaus diversifizieren möchte, sollte realistische Erwartungen mitbringen. Infrastrukturanleihen und Private Credit liefern planbare Erträge im mittleren einstelligen Bereich. Rohstoff-ETCs und Plattform-Investments bieten höhere Chancen, erfordern aber aktives Monitoring.
Laut BVI-Jahrbuch 2025 flossen im Jahr 2024 bereits fast 30% der Neuanlagen von Privatanlegern in Fonds, über 90 Milliarden Euro. Dieser Trend zeigt: Die Bereitschaft zur Diversifikation wächst. Wer diesen Impuls nutzt und gezielt in weniger beachtete Anlageklassen investiert, kann sein Risiko-Rendite-Profil nachhaltig verbessern.
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