Expertenmeinung
Die Märkte wirken erstaunlich gelassen, Volker Schilling ist es nicht. Im Gespräch mit Peter Heinrich warnt der Greiff-Vorstand vor einer gefährlichen Mischung aus geopolitischen Risiken, strukturell höheren Ölpreisen und zu viel Sorglosigkeit an den Börsen. Seine These: Selbst wenn der Konflikt im Nahen Osten bald endet, dürfte Öl auf absehbare Zeit teuer bleiben - mit Folgen für Inflation, Notenbanken und Zinsen. Zinssenkungen rücken damit eher in die Ferne. Im Extremfall könnte sogar wieder über Zinserhöhungen gesprochen werden. Für Anleger heißt das: nicht panisch verkaufen, aber auch nicht unüberlegt zugreifen. Schillings Bild bleibt hängen: "Wenn man rasiert wird, hält man still." Genau darin liegt seine Warnung. Wer in einer Korrektur hektisch wird, kann sich schnell schneiden. Greiff hat deshalb früh Kasse aufgebaut und in offensiven Mandaten auf günstige Ölwerte gesetzt. Sein Fazit: robust bleiben, Liquidität sichern, Geduld behalten.