Kursindikationen von der Deutschen Bank in Zusammenarbeit mit boerse-social.com

BaFin warnt vor Trading Robots

Ein Gastbeitrag von Stefan Müller

Die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (kurz: BaFin) hat sich nun bezüglich des Krypto Robo Advisor „Bitcoin TradeRobot“ zu Wort gemeldet und dahingehend eine Warnung ausgesprochen: Das Unternehmen, das sich hinter dem Robo Advisor befindet, hat keine Zulassung nach § 32 des Kreditwesengesetzes (kurz: KWG). Aufgrund der Tatsache, dass sich auf der Homepage des Unternehmens keine Informationen zur Rechtsform oder zum Sitz befinden, sollten die Anleger daher besonders vorsichtig sein.

Anleger müssen vorsichtig sein

Immer wieder liest man über sogenannte Robo Advisor. Es mag auch keine große Überraschung sein, wenn sich immer mehr Anleger für die maschinellen Finanzberater im hochtechnisierten Krypto-Markt entscheiden. Schlussendlich sollen die Roboter eine Hilfe sein, wenn es um den gewinnbringenden Aufbau des Vermögens geht. Doch bislang gibt es nur wenige Plattformen, die ein derartiges Angebot zur Verfügung stellen - und das heißt noch lange nicht, dass diese auch allesamt seriös sind.

Immer dann, wenn es um (viel) Geld geht, muss man besonders achtsam sein, weil es immer „schwarze Schafe“ gibt, die die Gutgläubigkeit so manche Anleger ausnutzen wollen.

„Bitcoin TradeRobot“ besitzt keine Zulassung

Das weiß auch die BaFin. So äußerte sich die BaFin bezüglich „Bitcoin TradeRobot“, einem Robo Advisor, dahingehend, dass dieser keine Erlaubnis nach dem § 32 KWG habe und somit in Deutschland keine Bankgeschäfte oder Finanzdienstleistungen betreiben oder erbringen dürfe. Des Weiteren verwies die BaFin auch darauf, dass im Impressum weder die Rechtsform noch der Sitz des Unternehmens offengelegt seien. Die Domain „bitcointraderobot.com“ wurde zudem auch anonym registriert. Somit ist nicht bekannt, wer sich hinter „Bitcoin TradeRobot“ tatsächlich befindet.

Am Ende ist es somit keine Überraschung, dass es gar nicht erst zur Lizenzierung kam. Krypto-Unternehmen müssen nämlich, sofern sie ihre Dienste in Deutschland zur Verfügung stellen wollen, relativ hohe Hürden meistern. So scheiterte die Genehmigung eines Bitcoin-ATMs immer wieder an der Bankenlizenz wie an den Know Your Customer-Auflagen (kurz: KYC).

Die BaFin sah sich wohl deshalb zu dieser eindeutigen Stellungnahme gegenüber „Bitcoin TradeRobot“ gezwungen, weil bereits von Seiten der Betreiber in Aussicht gestellt wurde, nun auch die Dienste innerhalb Deutschlands anbieten zu wollen.

Wenn Emotionen keine Rolle spielen

Auf Basis algorithmischer Indizes werden von einem Robo Advisor Investmentstrategien gebildet. Anhand des individuellen Risikoprofils, das der Kunde im Vorfeld selbst bestimmt, soll eine langfristig optimierte Anlageempfehlung geschaffen werden. Vor allem aber einfacher gestrickte Robots wie zum Beispiel Bitcoin Code verfehlen das Ziel aber häufig Aufgrund des Umstands, dass Roboter nur auf Basis der Datenlage arbeiten, können diese rationalere wie auch tendenziell konsistentere Entscheidungen treffen - sie lassen sich daher nicht wie der menschliche Anleger von Emotionen leiten und treffen daher auch keine wenig überlegten Entscheidungen.

Natürlich mag ein Robo Advisor ansprechend sein. Zudem ist auch zu erwarten, dass aus der großen Anzahl an algorithmischen Anlageberatern, die bereits zugelassen sind, auch demnächst ein digitaler Bitcoin-Investor hervorgeht - natürlich mit einer BaFin-Lizenz.

BaFin warnte nicht nur vor „Bitcoin TradeRobot“

Nach der ersten Stellungnahme der BaFin, in der es vorwiegend darum ging, dass man klarstellte, warum man die Finger von „Bitcoin TradeRobot“ lassen sollte, folgte wenig später auch der Hinweis, dass auch die Unternehmen „Morris Processing Ltd.“ wie „Finmaü“ oder auch „IK Partner Ltd.“ keine Erlaubnis nach dem § 32 KWG hätten.

So wollte die BaFin klar machen, dass es immer wieder Unternehmen gibt, die versuchen, mit „seriösen Namen“ neue Kunden zu gewinnen. Es ist somit kein Zufall, wenn der Name der IK Partners Ltd. mitunter an das Finanzdienstleistungsinstitut IK Investment Partners Limited erinnert.

Anleger sollten die Finger von „Bitcoin TradeRobot“ lassen

„Die intelligenteste Art der Investition in Bitcoin“ - ein Spruch, der auf der Homepage von „Bitcoin TradeRobot“ zu finden ist. Auch wenn das Angebot durchaus verlockend wirkt, so sollte man die Finger davon lassen. Die Domain wurde etwa anonym registriert; des Weiteren gibt es auch keine Informationen über den Unternehmenssitz und der Rechtsform.

Auch wenn, so das Unternehmen, Millionen von Kunden die Dienste in Anspruch nehmen, so gibt es von Seiten der BaFin ganz klar die Botschaft, sich gegen die Dienste von „Bitcoin TradeRobot“ zu entscheiden.

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